Get.Theorie/? Vom Allgemeinen des Besonderen


Aus alten und neuen Denktraditionen heraus wird versucht, den Cyberspace - gemeint im weitesten Sinne des Wortes als die Gesamtheit aller virtuellen Handlungsfelder - zu verstehen, zu kolonisieren. An dieser Stelle besteht nun das Angebot, je nach persönlich-theoretischem Zugang sich oder die benutzte Computerschnittstelle mit einigen dieser Versuche zu verknüpfen. Wird der Cyberspace das Feld der Theorie umpflügen oder sich in das Bestehende eingliedern? Müssen sich alte Theorien über den Menschen und sein Handeln in ihrer Übertragbarkeit auf diesen neuen „Raum“ messen lassen? Sind der Cyberspace und seine Theorien so stark, dass sie über ihre Grenzen treten werden und die Realwelt in sich und seinen Erklärungsansätzen auflösen? Viel Vergnügen bei der Beantwortung dieser und weiterer Fragen wünscht Ihr DISC-Jockey


Thomas Temme

 

Living Links:

 

 

Achim Bühl (1997): Die virtuelle Gesellschaft. Ökonomie, Politik und Kultur im Zeichen des Cyberspace
Neben der Frage, ob die Netzwerkmedien für die gegenwärtige Gesellschaft eine Radikalisierung oder eine Revolution bedeuten, versucht Bühl die von ihm postulierte „virtuelle Gesellschaft“ unter Zuhilfenahme des soziologischen Instrumentariums zu bestimmen.

[http://www.uni-wh.de/de/wiwi/virtwirt/theorie/buehlt.htm]

 

 

Volker R. Grassmuck (1995): Die Turing Galaxis. Das Universal- Medium als Weltsimulation
Ausgehend von den Theorien McLuhans und Flussers wird hier eine Medien- und damit Menschheits- und Denkgeschichte gezeichnet. Das neue Medium Internet wird als Denkrahmen den anderen gegenübergestellt, weiter in seinen Eigenschaften und Nutzungsformen untersucht, ohne den technischen Stand der Dinge und den gesellschaftlichen Umgang mit ihm zu reifizieren.

[http://waste.informatik.hu-berlin.de/grassmuck/texts/tg.d.html]

 

 

Peter Fuchs (o.J.): Realität der Virtualität. Aufklärung zur Mystik des Internet.
Auf sprachlich und theoretisch sehr hohem Niveau wird das Internet in die Systemtheorie eingegliedert (und umgekehrt). Der Autor findet in der All-Inklusivität die Eigenschaft, welche das Netz zum System und dieses System für die Gesellschaft nützlich macht. Der mitschwingende Zynismus darf wohl als Maulschelle gerichtet an die Verfechter des Internet-Hype gedeutet werden.

[http://www.uni-wh.de/de/wiwi/virtwirt/theorie/fuchs_t.htm]

 

 

Derrick de Kerckhove (2001): Principles of Connected Architecture
De Kerckhove wird oft als der Nachfolger McLuhans gehandelt. An dieser Stelle finden sich Teile seines letzten Buchs „Principles of Cyberarchitecture“, in denen die Netzwerkmedien und der Mensch in seinem Verhältnis zu ihnen hinsichtlich Themen wie Konnektivität, Taktilität, Simultanität, Interaktivität untersucht werden.

[http://architecture.openflows.org/index.pl?section=principles]

 

 

Pierre Levy (1996): Cyberkultur. Universalität ohne Totalität
Levy entwickelt hier in einer Auseinandersetzung mit den Medien Buch und Hypertext und den auf die beiden Medien angewandten Kategorien der Universalität und Totalität eine ambivalente Vision von bestehender und vielmehr kommender Cyberkultur.

[http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/2044/1.html]

 

 

Mark Nunes (1995): Baudrillard in Cyberspace: Internet, Virtuality, and Postmodernity
Der beliebte französische Soziologe Jean Baudrillard wird in diesem Aufsatz auf seine wenigen direkten und zahlreichen indirekten Äusserungen über das Internet hin analysiert. Seine Konzepte des Hyperrealen und der „fatalen Technologien“ werden auf den Cyberspace angewandt und an ihm bestätigt.

[http://www.dc.peachnet.edu/~mnunes/jbnet.html]

 

 

Joel de Rosnay (1997): HOMO SYMBIOTICUS
In diesem Aufsatz stellt de Rosnay seine Metapher des Kybionten vor, eines planetaren Makroorganismus. Der Biologe und Informatiker beschreibt an Hand des Kybionten die durch die Netzwerkmedien sich verändernde Welt und den „symbiotischen Menschen“, den sie produziert.

[http://www.heise.de/tp/deutsch/special/mem/2091/1.html]

 

 

Felix Stalder (1998): The Network Paradigm: Social Formations in the Age of Information
Dieser Text ist eine sehr gute Einführung in die im Herbst 2001 endlich auf deutsch erscheinende Trilogie zum Informationszeitalter des amerikanischen Soziologen Manuel Castells. The Information Age: Economy, Society and Culture von Castells ist das Mammutwerk, an welchem auch die deutschsprachige Cybertheorie nicht vorbeikommen wird.

[http://www.slis.indiana.edu/TIS/articles/stalder.htm]

 

 

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Letzte Aktualisierung: Donnerstag der 6. September 2001 19:25 Uhr
DISCJockey: Thomas Temme
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